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zurück zur Übersicht 10.02.2012 - Schwarzwälder Bote

Sechs zusätzliche graue Kästen für das schnelle Internet

Dornstetten. Die flächendeckende Versorgung aller Dornstetter Ortsteile mit schnellem Internet rückt näher. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Arbeiten zum Ausbau der Breitbandversorgung in Aach und Hallwangen an die Firma inexio Informationstechnologie und Telekommunikations KGaA vergeben und einem entsprechenden Kooperationsvertrag mit einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren zugestimmt.

Das Unternehmen plant eine Anbindung von Aach und Hallwangen an eine von ihm nutzbare Glasfasertrasse östlich von Aach. Von diesem Glasfaseranschlusspunkt aus sollen die Kabelverzweiger der Deutschen Telekom, also die bestehenden grauen Kästen, in Aach erschlossen werden. Dafür sind Tiefbauarbeiten auf einer Länge von drei Kilometern nötig. Eine weitere drei Kilometer lange Trasse wird von Aach nach Hallwangen geführt, um dort ebenfalls die Kabelverzweiger zu erschließen.

In Aach und Hallwangen plant inexio eine Versorgung der Endkunden durch das Einrichten von sechs sogenannten Outdoor-DSLAMs: In unmittelbarer Nähe von je drei bestehenden grauen Kästen der Telekom in den Ortsteilen müssten also zusätzliche, größere Kästen erstellt werden, erklärte inexio-Gesellschafter Dieter Zimmer in der Gemeinderatssitzung. Diese "Zwangspunkte" seien durch die Telekom-Standorte vorgegeben. Die genaue Trassenführung sei Sache der Detailplanung.

Zimmer kündigte zentrale Beratungstermine in Abstimmung mit der Gemeinde für interessierte Bürger und Gewerbetreibende an. Sollte nicht ein außergewöhnlich strenger nächster Winter die Arbeiten behindern, stelle sein Unternehmen die Verfügbarkeit von DSL "im Rahmen des Möglichen" binnen eines Jahres ab der Vertragsunterzeichnung sicher, so Zimmer. Letztere erfolgt, wenn der von der Stadt bereits gestellte Förderantrag bewilligt ist.

Die Stadt beteiligt sich an den Kosten mit rund 150 000 Euro. Das Land Baden-Württemberg gewährt auf diese Beihilfe einen Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) in Höhe von 60 000 Euro. Eine Voraussetzung dafür ist, dass mindestens je drei Unternehmen in un- oder unterversorgten Ortsteilen eine bestimmte höhere Bandbreite nachfragen.

In Aach hatten sieben, in Hallwangen fünf Firmen Bedarf bekundet. In Dornstetten selbst besteht zurzeit keine Unterversorgung.

Die Firma inexio aus Saarlouis war nach dem vom im Hinblick auf Zuschüsse geforderten langwierigen Ausschreibungs- und Auswahlverfahren als einzige übrig geblieben. Zunächst hatte die Stadtverwaltung neun örtliche Versorger befragt, ob der Breitbandausbau in einem bestimmten Umfang, binnen drei Jahren und ohne finanzielle Beteiligung der Stadt möglich sei.

Von vier Firmen kam eine Absage, die anderen reagierten erst gar nicht. Nachdem klar war, dass sich die Stadt finanziell beteiligen muss, tat diese ihre Absicht, eine Beihilfe zu gewähren, unter anderem auf der Homepage der Clearingstelle "Neue Medien im ländlichen Raum" kund. Zwei Angebote gingen ein - das eines Funkanbieters kam nicht in Frage, da es laut Stadtverwaltung "entgegen der Vorgabe der Ausschreibung kein technisch bewertbares Konzept" enthielt.