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zurück zur Übersicht 18.08.2010 - Rheinpfalz

Schlechte Karten für Mölschbach

Die Firma Inexio bringt das schnelle Internet in weitere Gemeinden im Kreis, aber nicht in den Stadtteil.

In der Stadt kämpfen rund ein Dutzend Internet-Anbieter um die Kunden. Ein paar Kilometer außerhalb der Stadt verfügen Gemeinden noch immer über keinen ausreichenden oder gar keinen Internetanschluss. Was die Versorgung dieser Gemeinden auf dem flachen Land angeht, ist die Firma Inexio aus Saarlouis Vorreiter. Sie hat gerade Verträge mit einigen Landkreis-Gemeinden unterzeichnet. Keinen Vertrag wird es jedoch vorläufig für Mölschbach geben. Der Stadtteil liegt zu weit weg von der Breitbandkabel-Trasse von Inexio.

Inexio ist Internetanbieter, verlegt vor allem aber Breitbandkabel in dünn besiedelten Gebieten. Nach den Worten von Thorsten Klein, Gesellschafter des Unternehmens, hat Inexio Breitband-Trassen entlang der A6 und der A63 nach Mainz, plant derzeit eine Leitung von Kusel nach Mainz. An das Breitband-Netz angeschlossen sind Martinshöhe, Langwieden und Gerhardsbrunn, Verträge wurden zwischenzeitlich mit Mehlbach und Schallodenbach abgeschlossen. Alle Gemeinden erhalten DSL mit einer Übertragungsrate von 50 Megabits pro Sekunde. In Verhandlungen ist Inexio laut Klein mit Katzweiler, Hirschhorn, Sulzbachtal sowie Hütschenhausen und Niedermohr.

Die Anschlüsse liefen über einen Kooperationsvertrag mit der Gemeinde, erklärte Klein. Der Anschluss kleiner Gemeinden sei nicht kostendeckend, es gebe nur wenige Haushalte, zudem seien nur rund 60 Prozent der Bevölkerung an einem Internet-Anschluss interessiert.

Bezüglich eines Breitbandanschlusses für Mölschbach hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog Inexio kontaktiert. Klein sagte dazu, derzeit könne kein für beide Seiten wirtschaftlich tragbares Angebot unterbreitet werden, da Mölschbach zu weit von der Inexio-Kabeltrasse von der A6 entfernt sei. Die Stadt sei gefordert, mit Hilfe von Fördermitteln die bestehende Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen oder einen anderen Anbieter zu finden.

Im Gegensatz zum flachen Land ist die Stadt mit schnellem Internet voll abgedeckt. Dennoch hat Inexio auch hier eine Leitung verlegt: Breitbandkabel von seiner Trasse an der Autobahn hoch ins Fritz-Walter-Stadion. Über das leistungsfähige Glasfaserkabel läuft das Fernsehsignal bei Spielen des FCK. (dür)


Zur Sache: DSL auf dem flachen Land


Von Gerhard Dürnberger

Mehlbach bekommt einen schnellen Internetanschluss. Die Gemeinde hat einen Kooperationsvertrag mit der Firma Inexio geschlossen. Das Beispiel zeigt: DSL aufs flache Land zu bringen, ist kein leichtes Unterfangen.

Hintergrund der Problematik sind die Leitungen, die für DSL benötigt werden. Um das Signal über längere Strecken zu transportieren, sind Glasfaserleitungen nötig. Eine Faser ist dünner als ein Haar, durch sie wird ein Lichtsignal geleitet. Am Ende des Weges, beim Anschluss des Rechners im Haushalt, muss das Signal elektrisch weitergeleitet werden. Es läuft dann über die alten Kupferkabel der Telekom, die zu Zeiten verlegt wurden, als die Telekom noch Post hieß. Die ganze Wegstrecke lässt sich das Signal nicht über Kupferleiter leiten, denn dessen Reichweite ist begrenzt. „Schon bei zwei Kilometern kommt am Ende nur noch DLS ligth heraus", sagt Thorsten Klein, Gesellschafter von Inexio.

Im Mehlbach sind die Gegebenheiten konkret so: Der Hauptverteiler der Telekom, in dem Glasfaserleitungen zusammenlaufen, steht in Otterbach. Von dort führen Kupferleiter über Katzweiler nach Mehlbach in die Verteilerkästen am Straßenrand. Sechs Kilometer Kupferleitung von Otterbach bis Mehlbach - das ist viel zu lang für DSL.

Deshalb kommt Inexio ins Spiel. Das Unternehmen verlegt Glasfaser von seiner Breitband-Trasse entlang der A6 bis zum Verteilerkasten in Mehlbach. So gibt es ein leistungsstarkes Kabel bis in den Ort. Neben dem Verteilerkasten der Telekom bau Inexio einen eigenen Schaltkasten, in dem das Lichtsignal in einen elektrischen Impuls auf Kupferbasis umgewandelt wird. Dann wird eine Leitung zum Verteilerkasten der Telekom gelegt und deren Kupfernetz in die Haushalte genutzt. Ergebnis ist DSL mit einer Übertragungsrate von 50 Megabits pro Sekunde, möglich sind laut Klein sogar 100 Megabits.

Nach diesem Prinzip müsste auch Mölschbach erschlososen werden. Internet über Mobilfunk ist dort ebenso wenig wie in Mehlbach eine Lösung. Denn auch Funk habe nur eine begrenzte Reichweite, die Funkstelle müsse an ein Breitbandkabel angeschlossen sein, sagt Klein.


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