Presseartikel
Ran an die „dicke Autobahn“
RAMSTEIN-MIESENBACH: Beim schnellen Internet werden die Lücken in der Verbandsgemeinde kleiner
„Bei uns sieht es gar nicht mal so schlecht aus", sagt Klaus Layes (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, auf die Frage nach der Versorgung mit schnellem Internet. In der Verbandsgemeinde klaffen zwar noch Versorgungslücken, doch der Zugang zum schnellen Internet ist auf den Weg gebracht.
Wenn's aufs platte Land geht, winken große Unternehmen bei der Erschließung oft ab. Kilometerlange Kabelstrecken neu zu verlegen, das geht richtig ins Geld. „Die Telekom wollte das nur mit massiver Unterstützung durch die Verbandsgemeinde und mit finanzieller Beteiligung der Gemeinden machen", erklärt Layes, warum es in der Verbandsgemeinde keine große Lösung gab. Bei den Zahlen, die das Telekommunikations-Unternehmen nannte, winkten die Dörfer ab. Stellenweise hat die Telekom nachgebessert, die Bandbreiten in einigen Orten ein wenig erhöht. Aber Hochgeschwindigkeiten, wie sie über moderne Glasfaserkabel erzielt werden können, sind nicht drin. „Es gibt Orte, da ist es in Teilen richtig schlecht. Das liegt aber an verschiedenen Dingen, zum Beispiel auch an den Unterverteilanlagen", sagt Layes. Entweder sind die Anlagen veraltet oder sie liegen zu weit vom Hausanschluss entfernt, was zu Lasten der Daten-Geschwindigkeit geht.
Dabei sind die Voraussetzungen gar nicht so schlecht. „Wir liegen an einer dicken Autobahn", sagt Layes mit Blick auf eine europäische Glasfaserleitung, die unter anderem die Universitäten Kaiserslautern und Saarbrücken verbindet. Daran dockt zum Beispiel die Stadt Ramstein-Miesenbach an. Nach und nach sollen in der Stadt Glasfaserkabel verlegt werden. Diese Aufgabe übernehmen die Stadtwerke Ramstein-Miesenbach, die einen eigenen Lichtwellenleiter-Zweig gegründet haben. Die Lauterer Stadtwerke-Tochter K-Net baut die Infrastruktur auf und tritt als Anbieter von Telefon- und Internetdienstleistungen sowie Fernsehen über eine Breitbandverbindung auf.
Bei Straßenerneuerungen oder in den Neubaugebieten werden die Leitungen gleich mitverlegt. Im Programm „Fibre to the Home" gibt's den Hausanschluss gleich dazu. Begonnen wurde damit bereits 2010, derzeit werden Leerrohre in der Mackenbacher- und der Marktstraße verlegt. Sind die Leerrohre unter der Erde, können die Glasfaserkabel einfach eingeblasen werden, informierte Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Schreiner. Anfang August soll auch der erste Abschnitt im Hütschenhausener Ortsteil Spesbach abgeschlossen werden.
Dass bei der Breitbandversorgung im Landkreis Kaiserslautern durchaus Lücken klaffen, räumte die Landesregierung in der Antwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Marcus Klein im Herbst 2011 ein. In der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach gibt es Nachholbedarf bei der Breitbandversorgung über Kabel. In Kottweiler-Schwanden (57 Prozent), Niedermohr (55 Prozent) und Steinwenden (51) kommen weniger als zwei Drittel der Haushalte in den Genuss von Leitungsgeschwindigkeiten, die über 2 Mbit/s liegen. Auch beim sogenannten DSL-Light der Telekom, das Geschwindigkeiten bis zu einem Mbit/s ermöglicht, sind in Kottweiler-Schwanden 15 und in Steinwenden 19 Prozent der Haushalte außen vor.
Daran soll sich bald etwas ändern. „Wir haben einen Vertrag mit Inexio geschlossen, das Unternehmen wird den Breitbandausbau vornehmen", sagt Steinwendens Ortsbürgermeister Matthias Huber (CDU). Die Gemeinde hat die Voraussetzungen für die Glasfaserverkabelung geschaffen und beim Ausbau der Ortsdurchfahrt Leerrohre verlegen lassen. Der Breitbandausbau werde vom Land mit etwa 90 Prozent bezuschusst, Ende August sollen die Steinwendener über das Vorhaben informiert werden, so der Ortschef. „Wir sind auf einem richtig guten Weg", sagt Huber optimistisch.
Ebenfalls Inexio - das Unternehmen aus Saarlouis widmet sich hauptsächlich der Breitbandversorgung des ländlichen Raums - hat die Gemeinde Niedermohr als Partner gewinnen können. „Wir haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, die Frage ist jetzt, wann Inexio beginnt", sagt Ortsbürgermeister Karl Wolf (FWG). Er hofft, dass die Versorgungslücke innerhalb eines Jahres geschlossen wird. Das Land hat für den Breitbandanschluss der Gemeinde 180.000 Euro Fördergeld zugesagt.
Die Gemeinde Kottweiler-Schwanden ist noch in Gesprächen mit verschiedenen Anbietern, das Ergebnis ist noch offen, sagt Ortsbürgermeister Roland Palm (CDU). „Wir sind ein Straßendorf, wir haben 10,5 Kilometer Straße, da ist das von der Kostenseite schwierig", nennt er das Problem, das im Ort eine Glasfaserkabelung erschwert.


