Presseartikel
Irsch hat jetzt schnelles Internet
Die Glasfasertechnik macht es möglich: Die Irscher können nun mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen. Seit vier Jahren kämpft der Ortsgemeinderat um den Anschluss an die Datenautobahn. In fast allen Orten der Verbandsgemeinde gibt es nun eine Grundversorgung.
Irsch. Markus Rommelfanger ist glücklich: "Endlich gibt es in Irsch schnelles Internet". Der 38 Jahre alte Systemadministrator ist als Erster in Irsch ans neue Glasfasernetz der Firma Inexio aus Saarlouis angeschlossen worden und kann jetzt mit einer Übertragungsrate von 25 000 Kilobit pro Sekunde auf die Datenautobahn gelangen. Diese Geschwindigkeit steht jetzt flächendeckend im ganzen Dorf zur Verfügung, auch für die Haushalte ganz am Rand. Das war nicht immer so.
Lange Wartezeit
"Seit vier Jahren suchen wir nach Lösungen, um unseren Bürgern den Zugang zum schnellen Internet zu ermöglichen", erinnert sich Ortsbürgermeister Jürgen Haag. Bis vor zwei Jahren musste sich Rommelfanger, wie alle anderen Irscher, mit höchstens 1000 Kilobit pro Sekunde als Übertragungsrate zufriedengeben. Am Ortsrand lief das Internet noch langsamer.
Der Wechsel zu einem Anbieter mit Funktechnik brachte etwa 6000 Kilobit pro Sekunde. Doch dieses System hat einen Haken. "Bei jeder Aktion im Internet muss das Funksystem erneut eine Verbindung herstellen. Das ist echt zeitraubend und nervig", erklärt der Fachmann. Verbindungen per Kabel liefern permanent Daten, ohne Unterbrechung.
Enttäuscht zeigt sich Ortsbürgermeister Haag von der Telekom: "Die wollten 200 000 Euro Zuzahlung von uns für den Bau einer Glasfaserleitung nach Irsch haben." Dass es wesentlich billiger geht, zeigte das saarländische Unternehmen Inexio aus Saarlouis. 15 000 Euro Zuzahlung für vier zusätzliche Kilometer vom Glasfaserkabel am Saar-Radweg reichten aus, plus die Zusage, dass mindestens 100 Haushalte einen Vertrag abschließen. "Die Kommunalaufsicht hat uns die Kreditaufnahme für diese Investition erlaubt", freut sich der Ortschef, der die Gesamtkosten auf gut 300 000 Euro schätzt.
160 Verträge abgeschlossen
Die Telekom scheine an kleineren Orten nicht interessiert zu sein, sondern wolle eher im großen Stil Geld verdienen. "Irsch, das sind doch höchstens 300 Anschlüsse", habe er in einem Gespräch zu hören bekommen. Mittlerweile sei die Zahl der Verträge auf 160 gewachsen. Tendenz steigend.
Die neue Technik kommt in Irsch so gut an, dass sogar Haushalte, die gar keinen Computer, sondern nur das Telefon benutzen, aus Solidarität zum neuen Anbieter wechseln. "Wir wollen, dass Irsch vorankommt", höre er immer wieder, sagt Ortsbürgermeister Haag.
So langsam geht damit ein Großprojekt in der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg zu Ende. "Die Geschwindigkeit von 2000 Kilobit pro Sekunde ist für eine Grundversorgung notwendig. Das ist bald für alle Gemeinden erreicht", sagt Dietmar Becker von der VG. Derzeit warteten noch Palzem und Dittlingen auf ihren Anschluss. Den werden sie per Funk von der Firma Telecab bekommen. In Kirf werden innerhalb der kommenden drei Wochen Verträge mit dem Unternehmen abgeschlossen, so dass auch dieser Ort versorgt ist. Im August bekommt Serrig zudem eine Verbindung von Inexio. Das bedeutet: In keiner Gemeinde ist die Internetverbindung dann langsamer als 2000 Kilobit pro Sekunde. "Trotzdem bleibt die VG an dem Thema dran, um auch denen noch schnellere Verbindungen zu ermöglichen, die jetzt nur knapp über dieser Marke liegen", sagt Becker.
Drei Unternehmen sind in der VG die Hauptanbieter von Internetverbindung (siehe Extra): die Telekom, Innexio und Telecab. Während die ersten beiden Kabelverbindungen herstellen, hält das dritte Funkverbindungen bereit. Damit sind Geschwindigkeiten von bis zu 6000 Kilobit pro Sekunde machbar.
Extra
Zwei Techniken, drei Anbieter: Mit Leitungen der Telekom sind nach der Initiative der Verbandsgemeinde für schnelles Internet Fisch und Wincheringen ausgestattet. Eine Verbindung von Inexio nutzen die Bewohner von Ayl, Irsch, Ockfen und Schoden. Eine Funkverbindung über Telecab haben Kahren, Krutweiler, Kastel, Mannebach, Kirf, Taben-Rodt, Merzkirchen, Portz, Kelsen, Körrig, Dittlingen, Wehr, Kreuzweiler mit Schloss Thorn und Söst.


