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zurück zur Übersicht 30.06.2012 - Rhein-Zeitung

Breitbandausbau nimmt Fahrt auf

Internet Erste Anbindungen bereits verlegt - Technikkästen werden ausgeliefert

Cochem-Zell. 14 000 Kunden in 170 Gemeinden stellt die Firma Inexio bisher schnelles Internet über Glasfaseranbindungen zur Verfügung, bis Ende nächsten Jahres sollen die 92 Gemeinden des Kreises Cochem-Zell hinzukommen. Die Vorbereitungen dazu laufen, seit dieser Woche werden die Technikkästen ausgeliefert, die die Glasfaserkabel mit den Kupfernetzen der Gemeinden verbinden. In 15 Ortslagen soll das neue Netz bereits in diesem Jahr starten, genaue Termine stehen allerdings noch nicht fest. Gleichzeitig veranstaltet die Breitband-Infrastrukturgesellschaft (BIG), zu der der Kreis, die Kommunen, Energieversorger und eben die Firma Inexio zählen, Informationsveranstaltungen in den Gemeinden.

Das neue Glasfasernetz ist ein Pilotprojekt, das für viele Gemeinden ähnlich wichtig sein dürfte wie der Ausbau der Straßen oder die Wasserversorgung. Bauplätze, die nicht mit einem schnellen Internetanschluss versorgt werden können, sind Ladenhüter und die Gemeinden finden keine Käufer. Besonders für die Unternehmen im Kreis ist der Breitbandanschluss ein entscheidender Standortfaktor. In den nächsten Wochen und Monaten wird die nötige Technik installiert, doch es fehlt noch an Stromanschlüssen, und die Arbeiten müssen zudem mit der Telekom abgestimmt werden, die die Kupfernetze innerhalb der Gemeinden betreibt.

Hier weitet die BIG momentan ihre Möglichkeiten aus. Bei Straßenbauarbeiten und der Erschließung von Neubaugebieten legen die Energieversorger oder das Kreiswasserwerk Leerrohre zu den Grundstücken, durch die Glasfaserkabel direkt zum Kunden geführt werden können, erklärt Karl-Josef Fischer, einer der Geschäftsführer der BIG. Damit könnte in Zukunft zumindest teilweise die Durchleitungsgebühr an die Telekom eingespart werden - der Telekommunikationsanbieter verlangt etwa zehn Euro netto monatlich für jeden Anschluss.

Neben dem Privatkundengeschäft wird die BIG die Leitungen auch an die Konkurrenz vermieten. Fraglich ist jedoch, ob die großen Anbieter bereit sein werden, dafür höhere Preise zu zahlen als in der Stadt. Denn der Netzausbau im Kreis Cochem-Zell ist aufgrund der Geografie wesentlich teurer als in anderen Gebieten. „Wenn es ein Selbstläufer wäre, wären die Telekom oder Vodafone ja schon hier", sagt Thorsten Klein, Gesellschafter von Inexio. Mehr als 1200 Euro müssen insgesamt pro Kunde investiert werden.

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